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Herrenhaus Levetzow

Levetzow, auch Levezow, ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts. Am 18. Juni 1262 erstmals urkundlich erwähnt, ist es Namensgeber des Ortes inmitten einer ursprünglichen Endmoränenlandschaft nur wenige Kilometer von der Seestadt Wismar entfernt und für mindestens 180 Jahre Eigentümer.




So wird zunächst ein „...dominus Elerus de Lewetzow...“, in der Folge Günter von Levetzow (1283), dann Günter II von Levetzow (1313), Henneke von Levetzow (1346), später Swenneke von Levetzow (1349) und schließlich Hans von Levetzow (1388) in Rechtsgeschäften erwähnt.

Am 29. September 1443 (Lehnbrief) wird Johann von Bassewitz durch Heirat in 2. Ehe mit einer Erbjungfer geborene von Levetzow Eigentümer „ ... über Hof und Dorf ...“ und begründet eine mehr als 200jährige Geschichte derer von Bassewitz auf diesem Rittergut. Dieser weit verzweigte und vielfach begüterte Familienverband zeichnet mit zahlreichen Gütern u. a. im südlichen Raum Wismars Besitz. Levetzow wird eines ihrer Stammhäuser; einige der Eigentümer sind Ludecke von Bassewitz (1455), Lüdecke von Bassewitz (1469), Heinrich Vicke von Bassewitz (1486), Johann von Bassewitz (1514), Joachim I von Bassewitz (1523), Joachim II von Bassewitz (1560), Heinrich Matthias von Bassewitz (1620).

Im folgenden Jahrhundert wechseln dann die Besitzer häufiger. So erwirbt Matthias Vollrath von Gühlen 1656 das 342 Hektar große Gut nebst drei Hufen in Kritzow und vier Hufen in Hohen Viecheln und hält es drei Generationen in der Familie. Von 1714 bis 1788 treten Mitglieder der Adelsgeschlechter von Schack (Claus Christoph, 1714), von Scheelen (Bernhard Christoph, 1748), nochmals von Gühlen (Johannn Heinrich, 1762) und von Gütschow (Christian Diederich, 1763) als Eigentümer auf, bis schließlich der Bürgerliche Johann Ludewig Diederich Bade das Gut erwirbt und am 23. Oktober 1788 den Lehnbrief unterzeichnet. Mehrere Generationen verbleibt Levetzow nun im Besitz der Familie Bade.

1804 errichtet Elert August Bade das heutige Gutshaus (linker Gebäudeteil); großteils auf dem Fundament des Vorgängerbaues. Durch Kauf kommt es am 10. Mai 1875 an Paul Friedrich Christian Seeler, der bereits 4 Jahre zuvor hier als Pächter auftrat. Er lässt im Folgejahr 1876 das Querhaus (rechter Gebäudeteil) anbauen und durch Architekt Heinrich Thormann die gesamte Kubatur im neogotischen Stil überformen. 1908 übernimmt Sohn Carl Heinrich Friedrich Emil Paul Seeler das Gut. Er muss 1925 die Vermögenserklärung abgeben und so gelangt aus der Versteigerung 1926 Dr. Walter Olischläger in den Besitz. Sein Sohn Hans Ohlischläger betreibt das Gut erfolgreich bis zur Enteignung nach Kriegsende 1945. So werden Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zahlreiche Wirtschaftsgebäude neu errichtet, von denen sich drei und ein kleines Inspektorhaus erhalten haben. Diese werden heute nach Um- und Ausbau als Wohnhäuser genutzt.

Das Herrenhaus Levetzow, ein zweigeschossiger Bau auf T-förmigem Grund mit hohem Feldsteinsockel und gotischen Spitzbogenfenstern in den Dachgeschossgiebeln, teilt nach 1945 das Schicksal mit vielen ähnlichen Anlagen. Das Gut aufgesiedelt, dient es ab 1946 Flüchtlingen als Unterkunft; später fungiert das Haus kurzzeitig als Internat zur Ausbildung von Neulehrern und beherbergt dann KONSUM, Gemeindesaal und einige Einliegerwohnungen. Trotz baulichen Niedergangs blieb das neogotische Erscheinungsbild mit vier Stufengiebeln und einem 3/6tel Erker mit gotischen Spitzbogennischen im Äußeren erhalten. Im Vestibül, welches sich über zwei Etagen erstreckt, zeugen die Treppenanlage nebst Galerie sowie Raumstrukturen wie der Gartensaal, mehrere Fußbodendielungen und die wuchtigen Gewölbe der Keller von der Bautätigkeit in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Beide Eingangsportale sind neuzeitlich und wurden nachempfunden.

2011 erwirbt ein privater Eigentümer Haus und einige Arrondierungsflächen und beginnt mit der behutsamen Sanierung. Im Jahre 2021 ist das Herrenhaus durch diesen bewohnt, eine granitsteingepflasterte Auffahrt und ein Rondell schaffen eine postherrschaftliche Atmosphäre zum strahlend weißen Gebäude; landschaftspflegerische Maßnahmen greifen langsam im ehemaligen Park. Der Prozess setzt sich noch mehrere Jahre fort und wird letztlich eine Mischnutzung des Herrenhauses mit einigen Ferienwohnungen, Räumlichkeiten begrenzter Öffentlichkeit und der Einmietung von Gewerbeeinheiten mit repräsentativem Charakter ermöglichen.

Redaktionelle Unterstützung/ Fotos: B. Lüskow


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