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Gutshaus Ludorf im Kalender 2019

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Herrenhaus Levetzow

Levetzow, auch Levezow, ist der Name eines alten mecklenburgischen Adelsgeschlechts. Am 18. Juni 1262 erstmals urkundlich erwähnt, ist es Namensgeber des Ortes inmitten einer ursprünglichen Endmoränenlandschaft nur wenige Kilometer von der Seestadt Wismar entfernt und für mindestens 180 Jahre Eigentümer.




Am 29. September 1443 (Lehnbrief) wird Johann von Bassewitz durch Heirat in 2. Ehe mit einer Erbjungfer geborene von Levetzow Eigentümer „ ... über Hof und Dorf ...“ und begründet eine mehr als 200jährige Geschichte derer von Bassewitz auf dem Rittergut. Dieser weit verzweigte und vielfach begüterte Familienverband zeichnet mit zahlreichen Gütern u. a. im südlichen Raum Wismars Besitz. Levetzow wird eines ihrer Stammhäuser.

In den folgenden Jahrhunderten wechseln dann die Besitzer häufiger. So erwirbt Matthias Vollrath von Gühlen 1656 das 342 ha große Gut nebst drei Hufen in Kritzow und vier Hufen in Hohen Viecheln und hält es drei Generationen in der Familie. Von 1714 bis 1788 treten Vertreter der Adelsgeschlechter von Schack, nochmals von Gühlen, Bernhard Christoph von Scheelen und Christian Diederich von Gütschow als Eigentümer bzw. Pächter auf, bis schließlich der Bürgerliche Johann Ludewig Diederich Bade das Gut erwirbt und am 23. Oktober 1788 den Lehnbrief unterzeichnet. Mehrere Generationen verbleibt Levetzow nun in deren Besitz.

1804 errichtet Elert August Bade das heutige Gutshaus (linker Gebäudeteil) großteils auf dem Fundament des Vorgängerbaues. Durch Kauf kommt es am 10. Mai 1875 an Paul Friedrich Christian Seeler, der bereits 4 Jahre zuvor hier als Pächter auftrat. Er lässt im Folgejahr 1876 das Querhaus (rechter Gebäudeteil) anbauen und durch Architekt Heinrich Thormann die gesamte Kubatur im neogotischen Stil überformen. 1908 übernimmt Sohn Carl Heinrich Friedrich Emil Paul Seeler das Gut. Er muss 1925 die Vermögenserklärung abgeben und so gelangt aus der Versteigerung 1926 Dr. Walter Olischläger in den Besitz. Sein Sohn Hans Ohlischläger betreibt das Gut erfolgreich bis zur Enteignung nach Kriegsende. So werden Ende der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts zahlreiche Wirtschaftsgebäude neu errichtet, von denen sich drei und ein kleines Inspektorhaus erhalten haben. Diese werden heute nach Um- und Ausbau als Wohnhäuser genutzt.

Das Herrenhaus Levetzow, ein zweigeschossiger Bau auf T-förmigem Grund mit hohem Feldsteinsockel und gotischen Spitzbogenfenstern in den Dachgeschossgiebeln, teilt nach 1945 das Schicksal mit vielen ähnlichen Anlagen. Das Gut aufgesiedelt, dient es ab 1946 Flüchtlingen als Unterkunft, später fungiert das Haus kurzzeitig als Internat zur Ausbildung von Neulehrern und beherbergt dann KONSUM, Gemeindesaal und einige Einliegerwohnungen. Trotz baulichen Niedergangs bleibt das neogotische Erscheinungsbild mit vier Stufengiebeln, ein 3/6tel Erker mit gotischen Spitzbogennischen, im Vestibül die Treppenanlage nebst Galerie, Raumstrukturen wie der Kleine Gartensaal, mehrere Fußbodendielungen und die Tonnengewölbe der Keller aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten.

2011 erwirbt ein privater Eigentümer Haus und einige Arrondierungsflächen und beginnt mit der behutsamen Sanierung. Im Jahre 2019 ist das Herrenhaus durch diesen bewohnt, eine granitsteingepflasterte Auffahrt und ein Rondell schaffen eine postherrschaftliche Atmosphäre zum strahlend weißen Gebäude mit Eingangsportal; landschaftspflegerische Maßnahmen greifen langsam im ehemaligen Park. Der Prozess setzt sich noch mehrere Jahre fort und wird letztlich eine Mischnutzung des Herrenhauses mit einigen Ferienwohnungen, Räumlichkeiten begrenzter Öffentlichkeit und der Einmietung von Gewerbeeinheiten mit repräsentativem Charakter ermöglichen.

Redaktionelle Unterstützung / Fotos: B. Lüskow

Levetzow ist Bestandteil des Wochenkalenders 2012


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