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Gutshauskarte Mecklenburg-Vorpommern
Auf der Karte finden Sie ca. 1600 Standorte von Gutshäusern, Herrenhäusern, Schlössern und Burgen.
Buch "Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg"
Wir stellen im Band 6 auf 160 Seiten 55 Güter mit kurzen Texten sowie mehr als 220 historischen und aktuellen Fotografien vor.
Meine Halbinsel – die Fotowebsite
Jeder Sonnenuntergang ist anders, jeder Baumstumpf kann »in Szene« gesetzt werden, und wenn man »verrückt« genug ist, steht man um 4 Uhr morgens auf, um den aufsteigenden Nebel im Bild festzuhalten.
Gutshaus (Herrenhaus, Schloss) Johannstorf
Im Jahre 1743 entstand an Stelle einer ehemaligen Wasserburg, die auf einer von einem Kanal gebildeten Insel lag, der zweigeschossige Backsteinbau nach Plänen des Baumeisters Rudolph Matthias Dallin. Auftraggeber für den Bau war die Familie von Buchwald(t), deren Stammsitz Johannstorf seit 1412 war.
>> ABGEBRANNT am 1. März 2025 <<
Blickfang ist der Mittelrisalit an der Südwestseite des Herrenhauses mit Kolossalpilastern, der Portalbekrönung und dem wappengeschmückten Dreiecksgiebel. Im Inneren beeindruckte die geräumige Diele mit einer doppelläufigen Treppe, die in das Obergeschoss führte. Im Gartensaal blieben hölzerne Wandpaneele, die bis unter die Decke reichen, erhalten; auch Stuckdecken, Kamine und Öfen, Spiegel, textile Wandbespannungen waren noch vorhanden.
1782 erwarb Familie Eckermann das Gut, sie blieben bis zur Enteignung 1945 Besitzer.
Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten Flüchtlinge aus Ostpreußen im Gebäudeensemble. Im Untergeschoss gab es zeitweise eine Konsum-Verkaufsstelle, das Gemeindebüro, eine Bibliothek und einen Kindergarten. Später wurden Verwaltungs- und Wohnräume für die Mitarbeiter der ortsansässigen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft eingerichtet.
Seit 1993 befindet sich das Herrenhaus in Privatbesitz und steht seitdem leer. Die dringend nötige Sanierung blieb trotz gerichtlicher Auflagen aus. Auch die Bemühungen der Gemeinde, das Herrenhauses zurück zu kaufen waren vergeblich. Interesse fand das Herrenhaus im Jahr 2008 bei Filmschaffenden, als es Drehort für die internationale Koproduktion des Filmes „Das weiße Band“ war.
Nach einer kurzen Phase der Teilsanierung von Dach und Fassade kam es am 1. März 2025 zu einem verheerenden Brand, der das Haus bis auf die Mauern vernichtete. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte 2025 Mittel für erste Notsicherungsmaßnahmen inklusive eines Notdachs zur Verfügung und gab damit hoffentlich den Startschuss zum Erhalt und Wiederaufbau des ausgebrannten Herrenhauses. 2025 übernahm die Stadt Dassow die Verantwortung für den Erhalt des Denkmals.
Die Wirtschaftsgebäude, inklusive des schönen Torhauses, sind in den letzten Jahrzehnten ebenfalls zu Ruinen verkommen.
Besitzverhältnisse bis 1945:
| 1412-1779 |
Familie von Buchwaldt |
| 1779-1782 |
Familie von Wallmoden |
| 1782-1945 |
Michael Gottfried Eckermann |
Diesen Ort stellen wir im Buch »Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg«, Band 6, vor.


