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Buch "Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg"
Wir stellen im Band 6 auf 160 Seiten 55 Güter mit kurzen Texten sowie mehr als 220 historischen und aktuellen Fotografien vor.
Gutshaus Spriehusen
Westlich von Neubukow am Landschaftsschutzgebiet "Hellbachtal" steht das denkmalgeschützte Gutshaus Spriehusen. Als zehnachsiger Putzbau mit Mittelrisalit auf hohem Gewölbekeller ist es das architektonisch bedeutendste Gebäude im Ort. An der Rückseite des Gutshauses führt eine Terrasse aus dem Gartensaal in den Park.
Spriehusen wurde als Lehngut im Jahre 1390 zum ersten Mal erwähnt, in einer Kirchenakte von 1653 gibt es eine Bezeichnung als Hof. Bis um 1781 befand sich das Gut im Besitz des Kammerjunkers von der Lühe; bis 1784 übernahmen seine Gläubiger. Ab 1784 folgten neun Eigentümerwechsel, bis 1835 Johann Christian Wilhelm Nölting das Gut erwarb. Seine Familie blieb bis 1945 auf dem Gut.
1852 wurde das bestehende Gutshaus im neogotischen Stil umgebaut, hierauf verweist die Jahreszahl im Wappen über dem Eingang. Der Umbau erfolgte durch den Architekten Heinrich Thormann, der auch die Wismarer Wasserkunst rekonstruierte und das später abgebrannte Schauspielhaus Wismar schuf.
Während der DDR-Zeit wurde das Gutshaus als Kindertagesstätte, Konsum, LPG-Küche und Wohnhaus genutzt. Seit den 1990-er Jahren stand es leer. Im Jahr 2012 wurden einzelne Sanierungsarbeiten begonnen, die kurz darauf abgebrochen wurden und am Leerstand, sowie an dem seit 30 Jahren fortschreitendem Verfall nichts änderten. 2021 fanden sich für das marode Gebäude neue Eigentümer, die es sanierten.
Aufgrund der exponierten Lage im Ort, der weitläufigen Auffahrt vor dem Gutshaus und dem dahinter liegenden Wald ist das Gutshaus Spriehusen ein Blickfang auf der Fahrt von Neubukow zum Ostseebad Rerik. Gemeinsam mit dem benachbarten Inspektorenhaus, dem ehemaligen Speicher und den heute umgebauten ehemaligen Stallgebäuden auf der gegenüberliegenden Straßenseite bildet es ein zusammengehöriges Ensemble.
Besitzverhältnisse bis 1945:
| (1781)-1784 |
Die Gläubiger des Kammerjunkers von der Lühe (siehe Buschmühlen, Drüschow, Rakow und Tessmannsdorf) |
| 1784-1792 |
Hauptmann Johann Carl Ludwig Baron von Seld (siehe Buschmühlen, Drüschow, Rakow, Tessmannsdorf Steinbrink) |
| 1792-1796 |
Franz Stanislaus Julius Ludwig Baron von Seld |
| 1796-1800 |
Kammerherr Adolph Friedrich von der Lanken (mit Steinbrink) |
| 1800-1801 |
Major Carl von Kleist |
| 1801-1805 |
Joachim Carl Friedrich von Kleist |
| 1805-1812 |
Kammerherr Joachim Ernst Friedrich von Voss (mit Steinbrink) |
| 1812-1819 |
Geheimer Kriegsrat Johann Jacob Crelinger (siehe Buschmühlen, Drüschow) |
| 1819-1820 |
Dr. Johann Ludwig Schulze |
| 1820-1827 |
Isaac von Post (mit Steinbrink) |
| 1827-1835 |
Carl Joachim Adolph Hinrichsen (siehe Steinbrink), Kaufmann aus Rostock |
| 1835-1872 |
Johann Christian Wilhelm Nölting |
| 1872-1891 |
Johann Christian Wilhelm und Friedrich Wilhelm Nölting |
| 1891-1912 |
Friedrich Wilhelm Nölting |
| 1912-(1939) |
Johann Ludwig Nölting |
Diesen Ort stellen wir im Buch »Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg«, Band 6, vor.


