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Die vorläufige Abschlusserklärung der Bürgerinitiative

Sehr geehrte Einwohner der Gemeinde Grammow, sehr geehrte Freunde und Unterstützer des Gutshauses und sehr geehrte Interessierte Leser und Nutzer des Internet,


in den letzten 11 Monaten hat sich in unserem Leben als Bürgerinitiative Erhebliches verändert. Zunächst medienscheu und unerfahren, naiv und überaus harmoniebedürftig, mussten wir sehr schnell lernen, uns gegen Anfeindungen zur Wehr zu setzen, Gerüchten zu widersprechen und Verleumdungen aus dem Weg zu  räumen.

Worum ging es eigentlich?

Wir wollten mit elementaren demokratischen Grundrechten unser Gutshaus vor dem Abriss zu retten. Dazu suchten wir zunächst ein vertrauliches Gespräch mit der Bürgermeisterin. Wir boten an, die Gemeinde mit Hilfe eines Vereins zu entlasten, das Haus etwas herzurichten und zu verkaufen. Auf dieses Angebot gab es keinerlei Reaktion.

Dann versuchten wir mittels einer formlosen Unterschriftensammlung, den Gemeinderat zu überzeugen, dass eine große Anzahl der Einwohner das Gutshaus erhalten möchte. Auch diese Aktion wurde bei weiteren Entscheidungen des Gemeinderates nicht berücksichtigt.

Dann versuchten wir über viele andere Aktionen (Nachzulesen in der Chronologie) eine Möglichkeit zu finden, den Abriss zu vermeiden. Da wir keine Verwaltungsfachleute waren und auch mit einiger Naivität an dieses Vorhaben herangegangen sind, gab es viele Rückschläge. Der Gemeinderat reagierte juristisch und formal sicher meist auf dem Rechtsweg, jedoch aus demokratischer Sicht war das Verhalten untragbar. So blieb uns nur die letzte Möglichkeit des Bürgerbegehrens, wofür wir uns die Hilfe und Unterstützung des Bürgerbeauftragten holten.

Leider hatten wir den Amtseifer unserer geschäftsführenden Amtsleiterin Frau Dräger unterschätzt. Sie ließ ein Gutachten anfertigen von einer Bauplanungsfirma, die die komplette Einrüstung des Gutshauses für notwendig erachtete, und Kosten für das erste Jahr mit 75 000 Euro und in den Folgejahren mit 55 000 Euro bezifferte. Wir hatten leider zu diesem Zeitpunkt noch kein Geld, um ein Gegengutachten anfertigen zu lassen, und auch nicht den Mut, jemanden direkt anzusprechen.

Frau Dräger bekam mit Ihren Ausführungen und Gutachten bei der Rechtsaufsichtsbehörde Recht und unser Antrag auf das Bürgerbegehren wurde abgelehnt. Die Begründung: Käufer seien auf unbestimmte Zeit nicht in Sicht und die Sicherungskosten einfach viel zu hoch. Und wir hätten keinen Kostendeckungsplan eingefügt und auch nicht beschrieben, woher die Mittel kommen sollten.

Wir wurden wach, nahmen uns einen Anwalt und legten Widerspruch ein. Das weitere Vorgehen kann jeder nachlesen in der Chronologie.

Wir konnten auch die Behauptungen nicht entkräften, dass es keine Käufer gab und immer noch gibt, und alle die das Haus besichtigt hatten, abgesprungen sind weil zu teuer. Und wenn doch mal Kaufinteressierte Angebote machten, wurden diese abgelehnt.

Bei einem Ortstermin im Dezember in Grammow mit beiden Verfahrensparteien und dem vorsitzenden Richter des OVG wurde von dem Richter dargelegt, dass bei einem eventuellen Unterliegen der Antragsteller die Möglichkeit eines erneuten, und diesmal erfolgreichen  Bürgerbegehrens nicht ausgeschlossen ist. Dies könnte mit dem noch möglichen Zugriff auf die Fördermittel im Jahr 2019 kollidieren. Er regte an zu überlegen, ein Bürgerbegehren zuzulassen, damit die Bürger der Gemeinde unter Abwägung der Argumente für und wider den Erhalt des Gutshauses eine Entscheidung treffen können.

Dieses wurde abgelehnt, weil man die Entscheidung des OVG abwarten wollte.

Die Fehler, die wir machten, haben uns natürlich viel Zeit und Geld gekostet. Aus diesem Grunde wollten wir das 2. Bürgerbegehren besonders gründlich und mit Hilfe der Bürgermeisterin und der geschäftsführenden Amtsleiterin vorbereiten.

Bei dem Beratungstermin am 10.01.2019 zum 2. Bürgerbegehren, machte man uns den Vorschlag, einer Einwohnerversammlung zuzustimmen mit anschließender anonymer Abstimmung, dafür sollten wir dann aufs  Bürgerbegehren verzichten. Man gab uns 4 Tage Zeit und die Versammlung mit Abstimmung sollte dann noch Ende  Januar erfolgen. Unser Anwalt riet uns abzulehnen, da bei einem Bürgerbegehren alle Rahmenbedingungen und Stimmenanteile und die Art der Abstimmung genau festgelegt sind. Eine Einwohnerversammlung hätte keinen bindenden Charakter gehabt, denn die Bürgermeisterin wollte die Ergebnisse der Abstimmung in die Entscheidungen des Gemeinderates einfließen lassen. Deshalb mussten wir ablehnen. Neue Zahlen bezüglich der Sicherungskosten, konnte man uns nicht vorlegen, weil man nicht die nötige Fachkompetenz besitze, um das entscheiden zu können.

Der Antrag auf Rechtsschutz wurde beim Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht abgelehnt. Wir konnten beim OVG am 18.03.2019 ein Gegengutachten vorlegen, wissen aber nicht, ob es bei der Entscheidungsfindung am 20.03.19 berücksichtigt wurde.

Diese Fehler haben uns natürlich viel Zeit und Geld gekostet. Aus diesem Grunde wollten wir das 2. Bürgerbegehren besonders gründlich vorbereiten. Wir arbeiteten das neue Bau-Gutachten in das Bürgerbegehren ein, und bereiteten alles vor, um Unterschriften zu sammeln. Am 25.03.2019 bekamen wir das Urteil des OVG durch unseren Anwalt mitgeteilt. Wir wollten sofort losgehen und das Bürgerbegehren umsetzen. Leider mussten wir feststellen, dass am 25.03.2019 um ca. 10 Uhr ein Bagger um das Gutshaus fuhr, an der Rückseite ein großes Loch in die Mauer schlug, und dann das Mauerwerk herunter riss.

Die Statik des Gutshauses wurde dadurch massiv angegriffen und Trägerbalken sowie Dachbalken und Ziegel stark beschädigt.

Danach fuhr der Bagger wieder weg und ein Bauzaunelement wurde davor gesetzt.

Der eigentliche Abriss begann dann einen Tag später, am 26.03.2019, am Seitenflügel. Mit diesem Sabotageakt hat man uns die Möglichkeit genommen, das 2. Bürgerbegehren zu beginnen. Die Gründe sind in der Chronologie eingehend beschrieben. Wer aber hat der Baufirma am Montag den Auftrag erteilt, das Loch in das Haus zu schlagen?

Ob dieser Vorgang auch juristisch einwandfrei war muss jetzt geprüft werden. Rechtlich vielleicht wieder korrekt? Aber auch demokratisch?

Wir sind keine Unruhestifter und schon gar keine Querulanten. Wir wollen ein Gutshaus retten. Nicht mehr und nicht weniger.

Wir danken allen, die uns in dieser Zeit beigestanden haben:

  • unsere Nachbarn und Freunden aus unserer Gemeinde,
  • Frau Zander von www.gutshaeuser.de
  • AG zur Erhaltung von Gutsanlagen
  • Reingard Berger,
  • Ronny und Tina Illner,
  • Architektengemeinschaft MM+H GmbH aus Stralsund, die uns freundlicherweise das Gutachten erstellt hat,
  • Architekturbüro Albrecht aus Schwerin, die uns die Kontakte hergestellt hat,
  • Ludwig Vollmer, der seit Jahren selbst engagierter Gutshausbesitzer und Retter ist und zahlreiche Fäden für uns geknüpft hat,
  • Herr Uhlmann, der als Bausachverständiger oft Baufragen mit uns besprochen hat und mehrere Sicherungsvorschläge unterbreitete,
  • Claus Siegel, der immer wieder versucht hat zu helfen,
  • Herr Ilgner als unser Rechtsbeistand,
  • den vielen Spendern, die uns bisher mit Geldspenden unterstützt haben und natürlich
  • unsere Familien, ohne deren Unterstützung und Hilfe wir gar nicht so weit gegangen wären sowie
  • allen Freunden und Interessierten Menschen die alte Gebäude einfach lieben und erhalten.

Viele werden sich vielleicht wundern, warum wir trotzdem guten Mutes sind, obwohl das Haus schon fast nicht mehr steht.

Wir haben erreicht, dass viele Menschen auf unsere Gutshäuser aufmerksam geworden sind, und wie barbarisch oft mit ihnen umgegangen wird. Vielleicht konnten wir ein Zeichen setzen und anderen Menschen Mut machen. Auf alle Fälle haben wir dazu gelernt, und können anderen helfen, nicht die gleichen Fehler zu machen, wie wir. Jetzt wissen wir ja wie es geht.
Mit freundlichen Grüßen und hochachtungsvoll
Gabriele Pflugmacher
Elisabeth Terpstra
Udo Pflugmacher als Vertreter der Bürgerinitiative zur Rettung unseres Gutshauses